Borkenkäfer-Monitoring

Aktuelle Flugzahlen des Buchdruckers (Ips typographus) in Baden-Württemberg (Südschwarzwald) im Jahr 2019
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Lage

30.8.2019

Die Schwärmaktivität der Buchdrucker ist seit nunmehr 2 Wochen deutlich gedrosselt, die Fangzahlen der Monitoringfallen im Schwarzwald lagen ab Mitte August oft nur noch im 2- bis 3-stelligen Bereich. Dieser Rückgang der Zahlen ist primär ein Resultat der bereits einsetzenden Vorbereitung zur Winterruhe (Diapause). Die kürzer werdenden Tage signalisieren den fertig entwickelten und ausflugsbereiten Käfern, dass eine erneute Anlage einer Folgegeneration nicht mehr sinnvoll ist, da sich diese sehr wahrscheinlich vor dem einsetzenden Frost nicht mehr in winterharte imaginale Stadien entwickeln kann. Diese Schwelle liegt bei ca. 14,5 Stunden Tageslänge und entspricht in Südwestdeutschland der Tageslänge etwa Mitte/Ende August.
Aufgrund der aktuell hohen Populationsdichten und der bisher noch warmen Witterung ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen noch letzte rindenbrütende Borkenkäfer aus den besiedelten Stämmen ausfliegen können, z.B. um der Nahrungskonkurrenz beim Reifungsfraß infolge sehr dichter Besiedlung zu entgehen und geeignetere Überwinterungsbäume zu finden. Durch die weiter abnehmende Tageslänge, verbunden mit den für die erste Septemberhälfte vorhergesagten kühleren Temperaturen (Nächte <13°C), sinkt in den kommenden Tagen und Wochen die Wahrscheinlichkeit für Ausflug und Befall aber weiter ab; Bruten werden in aller Regel nun nicht mehr angelegt.

In Baden-Württemberg wurde lediglich unterhalb einer Meereshöhe von 300-350 m eine 3. Generation angelegt, inwieweit sich diese noch vor dem Frost überwinterungsfähig entwickeln kann, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. In Lagen oberhalb, wo der Großteil der Fichtenflächen liegen, geht die Population zum großen Teil mit der fertig entwickelten F2 in den Winter. In den Gipfellagen >1000 m wurde zwar vielerorts eine F2 angelegt, diese wird sich voraussichtlich jedoch nicht winterhart entwickeln.

Folgerungen für die Praxis

Trotz der nun deutlich abnehmenden Schwärm- und Befallsaktivität muss die Suche nach frischen Befallsbäumen unbedingt weiterhin fortgesetzt werden! Oft zeichnen bereits in den letzten Wochen befallene Fichten erst mit Verzögerung, z.B. durch herabrieselnde grüne Nadeln, eine sich färbende Krone, oder durch Spechtabschläge abgeplatzte Rinde. Auch Bohrmehl zählt weiterhin zu den erkennbaren Befallssymptomen, da die Käfer unter der Rinde z.T. noch weiter aktiv sind. Insbesondere muss das direkte räumliche Umfeld vorheriger und bereits sanierter Befallsnester intensiv auf Neubefall kontrolliert werden, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dort Folgebefall entstanden, welcher eventuell bisher noch übersehen wurde. Jeder ab jetzt erkannte und rechtzeitig unschädlich gemachte frische Befallsbaum, reduziert das Überwinterungspotential und somit die Ausgangspopulation für das kommende Jahr. In diesem Sinne sind auch noch im Fichtenbestand gelagerte Holzpolter unverzüglich abzutransportieren, um jeglichen noch möglichen Ausflug zu unterbinden.

 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt, "Wonnhalde" 300-400 m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im kollin-warmen Gebiet 300-400 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Freiburg Stadt "Oberer Haller" 600m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im mittelmontanen Gebiet 700 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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 Fangzahlen Fbz. Kirchzarten "Zipfelweg" 900m ü.N.N.

Aktuelle Fangergebnisse des Buchdruckers im montan-kühlen Gebiet 900 m ü.N.N. als wöchentliche Fangzahlen
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